Am Frankfurter Flughafen steht eines der spannendsten Infrastruktur-Projekte der deutschen Luftverkehrslandschaft kurz vor der Vollendung: das neue Terminal 3. Mit einem geschätzten jährlichen Passagieraufkommen von bis zu 19 Millionen Menschen wird das Gebäude nach seiner Inbetriebnahme im April 2026 nicht nur ein logistisches Schwergewicht – allein die Dimensionen würden das Terminal zum fünftgrößten Flughafen in Deutschland machen –, sondern auch eine komplexe Herausforderung an Planung, Organisation und Prozesslogistik in der Passagierabfertigung darstellen.
In den vergangenen Wochen haben die Verantwortlichen von Fraport eine umfassende Generalprobe gestartet, die in dieser Form für großen Flughäfen eher ungewöhnlich ist: Rund 8 000 Komparsen durchlaufen bis Mitte April die Abläufe eines simulierten Regelbetriebs. Von der Anreise mit der Bahn oder dem PKW über Check-in und Sicherheitskontrolle bis hin zum Boarding und zur Gepäckabfertigung werden sämtliche Prozessstationen der Customer Journey erprobt. Diese Versuchsreihe dient dazu, Schwachstellen im Zusammenspiel der Systeme und Beteiligten frühzeitig zu identifizieren und im Vorfeld zu optimieren – ein zentraler Baustein robuster logistischer Abläufe in einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte Europas.
Was auf den ersten Blick wie eine aufwendige Generalprobe wirkt, ist in Wahrheit ein logistisches Großexperiment: Tausende Testpersonen – darunter Laien, die unterschiedliche Passagierprofile repräsentieren – werden auf realistische Szenarien angesetzt. So müssen sie nicht nur klassische Abläufe wie Einreise oder Sicherheitskontrolle durchlaufen, sondern auch Sonderfälle bearbeiten, etwa die Aufgabe von Sperrgepäck oder die Simulation von Anschlussflügen. Dies ermöglicht den Verantwortlichen, die Schnittstellen zwischen Dienstleistern, Behörden und internen Prozessen unter Last zu bewerten und anzupassen.
Logistik als Gradmesser für Passagierzufriedenheit
Gerade bei großen Verkehrsinfrastrukturen zeigt sich, wie eng Logistik, Kundenorientierung und technische Systeme verzahnt sind. Der Flughafen Frankfurt ist hierbei ein Paradebeispiel: Ohne reibungslose Abläufe von der Ankunft bis zum Gate würde der Ruf als internationales Drehkreuz schnell Schaden nehmen. Die Testläufe im Terminal 3 sind deshalb nicht nur ein technisches Muss, sondern auch ein Commitment zu Effizienz und Servicequalität – und leisten einen Beitrag dazu, dass der Betrieb von Anfang an stabil und transparent läuft.
Nach Abschluss der Tests und der offiziellen Eröffnung Mitte April wird sich zeigen, wie gut der komplexe Material- und Informationsfluss zwischen den verschiedenen Beteiligten funktioniert. Klar ist: Eine belastbare logistische Vorbereitung macht den Unterschied zwischen frustrierenden Wartezeiten und einem durchdachten Reiseerlebnis. Das Terminal 3 wird damit nicht nur ein infrastrukturelles Bauwerk, sondern ein logistisches Versprechen an Millionen von Reisenden.
Quelle: logistik heute