Im Januar 2026 zeigte sich die deutsche Exportwirtschaft ein wenig optimistischer, was für viele Akteure im Bereich Logistik ein willkommener Lichtblick ist. Laut dem Münchner Ifo-Institut sind die Exporterwartungen von minus 3,0 Punkten im Dezember 2025 auf minus 1,2 Punkte im Januar gestiegen – ein moderates, aber spürbares Plus in einem ansonsten verhaltenen Umfeld. Trotz dieses Anstiegs bleibt die Lage geprägt von Unsicherheit; klare Hinweise auf eine nachhaltige Trendwende gibt es bislang nicht.
Diese Entwicklung ist nicht nur eine abstrakte Kennziffer, sondern hat ganz konkrete Auswirkungen auf Unternehmen entlang der Lieferketten. Schließlich hängt die Logistik eng mit dem Exportgeschäft zusammen: Wenn Hersteller und Handel ihre Waren etwas zuversichtlicher ins Ausland schicken, wirkt sich das direkt auf Transportvolumina, Frachtraten und Kapazitätsplanungen aus. Doch trotz besserer Erwartungen ist das sogenannte Logistikgeschäftsklima weiterhin ein Balanceakt zwischen vorsichtigem Optimismus und realwirtschaftlicher Zurückhaltung.
In der Praxis bedeutet dies, dass Logistikdienstleister und Spediteure zwar erste Anzeichen einer Annäherung an normale Geschäftsbedingungen sehen, viele jedoch weiterhin auf robuste Signale aus Industrie und Außenhandel warten. Die Unsicherheit in der Exportnachfrage lässt die Branche nicht in alte Gewissheiten zurückkehren, sondern fordert Flexibilität und situative Anpassungsfähigkeit. Gerade Transportnetze und Warenströme müssen in einem Umfeld laufen, in dem Nachfrage und Angebot noch nicht stabil synchronisiert sind – eine Herausforderung, die sich in taktischen wie strategischen Entscheidungen der Unternehmen widerspiegelt.
Auch wenn die Ifo-Daten eher vorsichtig interpretiert werden sollten, zeigen sie doch, dass sich die Stimmung in einigen Industriezweigen verbessert hat. Besonders exportstarke Bereiche wie die Automobil- und Elektroindustrie registrieren in Teilen steigende Auslandsgeschäfte, was sich mittelbar auch positiv auf logistische Planungen auswirken kann.
Zwischen Hoffnung und Realität: Logistik im Spannungsfeld
In der Summe präsentiert sich die Lage in der deutschen Exportwirtschaft und der Logistik als ein Gemisch aus vorsichtigem Optimismus und weiterhin bestehenden Risiken. Während Exporterwartungen eine leichte Erholung signalisieren, bleibt unklar, ob dieser Trend anhält und auch tatsächlich in steigende Nachfrage und stabile Transportvolumina mündet. Für Entscheider in der Logistik ist dies ein klassisches Beispiel dafür, wie eng makroökonomische Erwartungen und operative Realität miteinander verflochten sind – und wie wichtig es ist, beide Perspektiven in Einklang zu bringen, um resilient und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Quelle: Verkersrundschau