Wer bei Logistik zuerst an in zweiter Reihe parkende Lieferwagen oder das alljährliche Chaos beim Online-Shopping-Rausch denkt, liegt zwar nicht völlig falsch – trifft den Kern der Sache aber bei weitem nicht. Tatsächlich ist die Logistik Deutschlands drittgrößter Wirtschaftsbereich, ein komplexes Geflecht aus Planung, Steuerung und Umsetzung, das unser aller Alltag still und leise am Laufen hält. Sichtbar wird das meist erst dann, wenn etwas stockt.
Genau hier setzt der Tag der Logistik an. Die Initiative, 2008 von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) ins Leben gerufen und seither von den Kommunikationsagenturen mainblick und teamtosse getragen, hat sich über die Jahre zu einem festen Termin in der Branchenlandschaft entwickelt. Das Konzept ist so simpel wie wirkungsvoll: Unternehmen, Hochschulen und Organisationen öffnen ihre Tore – für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Berufswechsler und alle, die wissen wollen, was hinter den Kulissen des täglichen Warenstroms eigentlich passiert. Betriebsbesichtigungen, Planspiele, Vorträge, Webinare – das Programm ist bewusst breit gefächert, um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen.
Der Zuspruch gibt dem Format recht: Allein im Jahr 2025 beteiligten sich 114 Unternehmen und Institutionen aus sieben Ländern, rund 2.050 Menschen nahmen an insgesamt 103 Veranstaltungen teil. Zum 19. Mal findet der Aktionstag am 16. April 2026 statt – und der Countdown läuft bereits.
Ein Signal gegen den Fachkräftemangel
Hinter dem Aktionstag steckt freilich mehr als reine Imagepflege. Die Logistikbranche steht vor einer demografischen Herausforderung, die sich kaum schönreden lässt: Bis 2033 werden voraussichtlich über sieben Millionen Menschen in Deutschland in Rente gehen. Ein Teil davon – und kein kleiner – arbeitet heute in logistischen Berufen. Wer diesen Wandel aussitzen will, hat die Lage falsch eingeschätzt.
Hinter dem Aktionstag steckt freilich mehr als reine Imagepflege. Die Logistikbranche steht vor einer demografischen Herausforderung, die sich kaum schönreden lässt: Bis 2033 werden voraussichtlich über sieben Millionen Menschen in Deutschland in Rente gehen. Ein Teil davon – und kein kleiner – arbeitet heute in logistischen Berufen. Wer diesen Wandel aussitzen will, hat die Lage falsch eingeschätzt.
Der Tag der Logistik setzt deshalb auch ein strukturelles Signal: Sichtbarkeit schafft Interesse, Interesse weckt Nachwuchs. Dass Logistik dabei weit mehr zu bieten hat als das klassische Bild des Lagerarbeiters, zeigt sich in der schieren Bandbreite der Berufsbilder – von der Disposition über Supply-Chain-Management bis hin zur Pharmalogistik, wo Kühlketten und Präzision buchstäblich über Leben und Gesundheit entscheiden können.
Quelle: Tag der Logistik