Ein großer Karton, ein kleines Produkt und jede Menge Füllmaterial: Im Onlinehandel ist diese Kombination noch längst nicht verschwunden. Dabei entscheidet die Verpackung nicht nur darüber, wie gut eine Ware geschützt beim Kunden ankommt. Sie beeinflusst auch Materialverbrauch, Transportvolumen, Kosten und Emissionen.
Wie groß das Potenzial ist, zeigt eine Studie des BVL-Themenkreises E-Commerce in Kooperation mit 4flow. Demnach liegt der Leerraumanteil in Versandverpackungen je nach Produktsegment durchschnittlich bei 30 bis 40 Prozent. Vereinfacht gesagt: Ein beträchtlicher Teil des transportierten Volumens besteht aus Luft.
Für die Logistik ist das alles andere als nebensächlich. Passen Verpackungen besser zum Inhalt, lässt sich vorhandener Platz in Fahrzeugen und Lagern effizienter nutzen. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an Verpackungs- und Füllmaterial.
Die Studie zeigt außerdem, dass der klassische Karton nicht für jede Sendung die beste Wahl ist. Versandtaschen aus Papier oder Kunststoff können gegenüber Standardkartons die durch die Verpackung verursachten Emissionen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Voraussetzung ist natürlich, dass das jeweilige Produkt dafür geeignet ist.
Eine Verpackungslösung passt nicht für alles
Genau darin liegt eine der wichtigsten Erkenntnisse: Statt auf eine universelle Versandverpackung zu setzen, lohnt sich der Blick auf das jeweilige Produkt. Bei geeigneten Waren kann sogar der Versand direkt in der Produktverpackung sinnvoll sein. Laut Studie kommt das allerdings nur für rund 30 Prozent der untersuchten Produkte infrage.
Auch Automatisierung kann eine Rolle spielen. Verpackungsmaschinen, die Kartons passend zur Ware zuschneiden, können die Verpackungskosten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Gleichzeitig lassen sich unnötige Leerräume vermeiden.
Mehrwegverpackungen wiederum können ökologische Vorteile bieten, bringen durch Rückführung und erneute Aufbereitung aber eigene logistische Anforderungen mit sich. Eine pauschale Antwort auf die Frage nach der besten Verpackung gibt es deshalb nicht.
Für Unternehmen lohnt es sich vielmehr, Verpackung als Teil des gesamten Logistikprozesses zu betrachten. Denn ein paar Zentimeter weniger Karton mögen bei einer einzelnen Sendung kaum ins Gewicht fallen. Bei Tausenden Paketen sieht die Rechnung schnell anders aus.
Quelle: BVL