Wo muss die Palette hin? Welche Rampe ist die richtige? Und wo befindet sich die Ware für den nächsten Auftrag? Wer neu in einem Lager arbeitet, muss sich nicht nur räumlich orientieren, sondern gleichzeitig zahlreiche Abläufe kennenlernen. Ein neues Assistenzsystem des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML setzt genau dort an – und nutzt dafür Licht.
LARS steht für Laser-AR-Safe. Das System projiziert Informationen direkt auf den Boden einer Lagerhalle. Pfeile können den Weg weisen, Flächen den richtigen Stellplatz markieren und auch Auftragsnummern oder andere Hinweise lassen sich darstellen.
Gedacht ist die Technik insbesondere als Unterstützung für neue, ungelernte oder temporär eingesetzte Beschäftigte. Statt sich Laufwege, Lagerplätze und zahlreiche Arbeitsanweisungen zunächst merken zu müssen, bekommen sie die benötigten Informationen dort angezeigt, wo sie gebraucht werden.
Das kann gerade in der Logistik interessant sein. Saisonale Spitzen, Personalwechsel und Fachkräftemangel führen dazu, dass neue Beschäftigte möglichst schnell in bestehende Prozesse integriert werden müssen. Lange Einarbeitungszeiten machen das nicht einfacher.
Technik, die den Menschen durch den Prozess führt
LARS verfolgt dabei einen bewusst menschzentrierten Ansatz. Das System soll Beschäftigte nicht ersetzen, sondern ihnen Arbeitsschritte verständlicher machen. Symbole, Zahlen und Farben können auch dann Orientierung geben, wenn Sprachkenntnisse fehlen oder komplizierte schriftliche Anweisungen eher hinderlich wären.
Einsetzen lässt sich die Technik unter anderem beim Kommissionieren, Sortieren, Palettieren oder Konsolidieren. Die Projektoren werden beispielsweise an der Hallendecke oder an Hochregalen angebracht und können mit bestehenden Logistiksystemen verbunden werden.
Einen Praxistest bei Rhenus Logistics hat das System bereits absolviert. Dabei zeigte sich nach Angaben des Fraunhofer IML, dass mehrere Beschäftigte gleichzeitig unterstützt werden können.
Spannend ist an LARS vor allem der vergleichsweise pragmatische Ansatz. Nicht jeder Prozess muss vollständig automatisiert werden, um digitale Technik sinnvoll einzusetzen. Manchmal kann es schon helfen, die richtige Information im richtigen Moment an die richtige Stelle zu bringen – notfalls eben direkt auf den Hallenboden.
Quelle: Fraunhofer Gesellschaft