Wie lassen sich Lieferketten widerstandsfähiger aufstellen? Wo lohnt sich Automatisierung wirklich – und welche Rolle spielt der Mensch, wenn immer mehr Prozesse digital werden? Wenn sich die Logistikbranche am 21. und 22. Oktober zur BVL Supply Chain CX 2026 in Berlin trifft, stehen einige der großen Fragen auf dem Programm, die Unternehmen derzeit beschäftigen.
Rund 2.500 Teilnehmende erwartet die Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Estrel Berlin. Mehr als 120 Speaker und über 60 Sessions verteilen sich auf zwei Veranstaltungstage. Dabei geht es längst nicht nur um neue Technologien. Das Programm reicht von geopolitischen Veränderungen und resilienten Lieferketten über Digitalisierung und Automatisierung bis hin zu KI und Machine Learning.
Gerade die Mischung macht deutlich, vor welchen Herausforderungen die Branche steht. Lieferketten sollen robuster werden und gleichzeitig effizient und wirtschaftlich bleiben. Geopolitische Unsicherheiten, neue regulatorische Anforderungen und steigende Kosten treffen auf rasante technologische Entwicklungen.
Auch der Schienengüterverkehr und seine Bedeutung für wettbewerbsfähige europäische Lieferketten stehen auf der Agenda. An anderer Stelle geht es um Zoll- und Exportkontrollstrategien angesichts von Sanktionen und verändertem Welthandel.
Zwischen KI, Automatisierung und operativem Alltag
Besonders konkret wird es dort, wo neue Technologien auf die tägliche Logistik treffen. Das Programm beschäftigt sich beispielsweise mit KI-gestützter Lagerrobotik, skalierbarer Lagerautomation und sogar automatischer Lkw-Entladung. Gleichzeitig wird durchaus kritisch gefragt, ob tatsächlich alles automatisiert werden muss, nur weil es technisch möglich ist.
Auch künstliche Intelligenz bekommt viel Raum. Dabei geht es nicht nur um große Zukunftsvisionen, sondern um praktische Anwendungen im Lager und in der Intralogistik. Genau diese Verbindung dürfte für viele Unternehmen entscheidend sein: Eine neue Technologie muss am Ende nicht auf dem Papier beeindrucken, sondern im laufenden Betrieb funktionieren und einen konkreten Nutzen bringen.
Die Supply Chain CX zeigt damit schon vor ihrem Start recht deutlich, wohin die Diskussion in der Logistik geht. Digitalisierung und Automatisierung bleiben wichtige Themen, stehen aber nicht für sich allein. Resilienz, wirtschaftliche Machbarkeit, geopolitische Veränderungen und nicht zuletzt die Menschen, die all diese Entwicklungen umsetzen müssen, gehören genauso dazu.
Quelle: BVL
Bildquelle: BVL / Christian Lietzmann