Die Zahlen zeigen, wie sehr sich die Situation verändert hat. Im vergangenen Jahr gaben noch 52 Prozent der befragten Unternehmen an, höchstens 30 Minuten auf die Abfertigung zu warten. Inzwischen trifft das nur noch auf 33 Prozent zu. Wesentlich häufiger sind dagegen Wartezeiten zwischen 30 und 90 Minuten: Ihr Anteil stieg innerhalb eines Jahres von 36 auf 62 Prozent.
Das kostet nicht nur Nerven. Steht ein Fahrzeug länger als geplant an einer Rampe, fehlt diese Zeit an anderer Stelle. Touren lassen sich schwerer kalkulieren, Fahrer und Fahrzeuge sind gebunden und Verzögerungen können sich durch den weiteren Tagesablauf ziehen.
Als wesentliche Ursache nennen die Befragten starre Zeitfenster und mangelnde Flexibilität beim Be- und Entladen. 92 Prozent sehen darin einen Grund für die längeren Wartezeiten. Hinzu kommen personelle Engpässe, die von der Hälfte der Unternehmen genannt werden.
Effiziente Logistik entscheidet sich auch an der Rampe
Gerade an der Schnittstelle zwischen Transport und Warenumschlag zeigt sich, wie abhängig einzelne Prozesse voneinander sind. Eine sorgfältig geplante Tour hilft wenig, wenn sich die Abfertigung verzögert und auf Abweichungen im Tagesablauf kaum reagiert werden kann.
Für Unternehmen liegt deshalb einiges Potenzial in besser abgestimmten Abläufen rund um die Rampe. Flexible Zeitfenster und ausreichend Personal können dazu beitragen, vorhandene Kapazitäten besser zu nutzen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, jede Minute durchzutakten. Im Gegenteil: Zu starre Vorgaben können selbst zum Problem werden, sobald irgendwo im Ablauf etwas nicht nach Plan läuft.
Bemerkenswert ist, dass sich die Stimmung in der Logistikbranche insgesamt trotzdem verbessert hat. Gleichzeitig rechnen viele Unternehmen mit weiter steigenden Kosten. Längere Wartezeiten sind dabei ein Faktor, der vermeidbaren zusätzlichen Aufwand verursacht – und zeigen ziemlich anschaulich, dass Effizienz nicht erst auf der Straße beginnt.
Quelle: Verkehrsrundschau