Woher kommt ein Produkt, welche Informationen gehören dazu und was passiert damit am Ende seiner Nutzung? Der digitale Produktpass soll solche Angaben künftig leichter zugänglich machen. Mit einem zentralen Register hat die Europäische Kommission jetzt eine wichtige technische Grundlage dafür geschaffen.
Der digitale Produktpass, kurz DPP, bündelt Informationen, die ein Produkt über seinen Lebenszyklus begleiten. Dazu können beispielsweise Angaben zur Herkunft und Wiederverwendung, Gebrauchsanweisungen oder Informationen zur Einhaltung von Vorschriften gehören. Abrufbar werden die Daten unter anderem über QR-Codes sein.
Was zunächst vor allem nach einem Thema für Hersteller klingt, reicht in der Praxis deutlich weiter. Schließlich bewegt sich ein Produkt nicht allein durch die Lieferkette – die dazugehörigen Informationen müssen mitwandern. Genau hier kommt die Logistik ins Spiel. Daten müssen eindeutig zugeordnet, verfügbar und auch über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar sein.
Noch befindet sich das von der EU-Kommission gestartete Register in der Testphase. Unternehmen können bereits technische Unterlagen und Leitfäden nutzen und die bereitgestellte Testumgebung ausprobieren. Eine erste verbindliche Frist gibt es ebenfalls: Ab dem 18. Februar 2027 wird für bestimmte Batteriekategorien ein Batteriepass vorgeschrieben.
Wenn Waren und Daten gemeinsam unterwegs sind
Für die Logistik könnte der digitale Produktpass vor allem dort interessant werden, wo physischer Warenfluss und Informationsfluss zusammentreffen. Je eindeutiger ein Produkt identifiziert werden kann und je einfacher die dazugehörigen Informationen verfügbar sind, desto transparenter werden auch die Abläufe entlang der Lieferkette.
Das gilt nicht nur für den Weg vom Hersteller zum Kunden. Auch bei Rückführung und Wiederverwendung können Produktinformationen eine Rolle spielen. Damit passt der DPP zu einer Entwicklung, die in der Logistik ohnehin längst angekommen ist: Waren zu bewegen reicht allein nicht mehr. Die passenden Daten gehören zunehmend dazu.
Bis der digitale Produktpass tatsächlich zum Alltag wird, ist noch einiges zu klären. Für Unternehmen dürfte es sich dennoch lohnen, die Testphase zu nutzen. Denn die entscheidende Frage ist am Ende ziemlich praktisch: Sind die eigenen Daten und Prozesse darauf vorbereitet, wenn der Produktpass Pflicht wird?
Quelle: logistik heute